Chronik
Chronik der Feuerwehr Beienrode

Hier wird die geschichtliche Entstehung der Feuerwehr Beienrode dokumentiert.
Dieser Artikel ist mit der freundlichen Genehmigung des Autors 
Rudolf Tendler aus "Chronik Beienrode a. Wohld" aus dem
Jahre 1996 entnommen.

Feuerwehr in Beienrode

Das Feuerwehrwesen in Beienrode ab anno 1759


Schon im Mittelalter versuchten die Landesherren durch Gesetze einen vorbeugen­den Brandschutz zu erwirken. Trotz aller Mühe kam es immer wieder zu größeren Brandkatastrophen, da einmal durch die Bauweise der Häuser ein Feuer sich schnell ausbreiten konnte und zum anderen nur primitive Löschgeräte vorhanden waren. In­folgedessen war die Bekämpfung von Bränden für die Menschen ein großes Problem. Anno 1831 wurden dann für das Herzogtum Braunschweig Gesetze erlassen, in denen unter anderem bestimmt wurde, daß jeder männliche Einwohner vom 16. bis 65. Le­bensjahr der Feuerwehr angehören mußte. Die Wehr war demnach eine gesetzliche Pflichtfeuerwehr.

Die ersten Hinweise findet der Chronist über Feuerlöschgeräte in der Beschreibung des Dorfes Beienrode anno 1759, angefertigt von Rudolpf August Koch, da heißt es:

Von Feuer-Instrumenten:

1.) 11 Handsprützen, welche sich in der Kirche befinden

2.) 2 Feuerhaken, auf Brandes Hofe

3.) 8 Lederne Eimer in der Kirche und 2 Stück in Brandes Hause

4.) Feuerleitern sind nicht da

5.) Wassertubben beim Dorf-Brunnen befindlich

In alten Akten befand sich nachstehender Kostenanschlag:


Kostenanschlag


Über eine von mir für die Gemeinde Beienrode anzufertigende vollständige Feuer­spritze:

Die beiden gegossenen Stiefel sind jeder inwendig weit 4 Zoll, hoch 20 Zoll, die aus einem Stück gegossene Windblase ist weit 8 Zoll, hoch 17 Zoll, mit den dazu erforder­lichen Verbindungsrohren und darin befindlichen Ventilen und Klappen, auch den nötigen Stand und 2 Gußrohre, jede aus einem Stück gegossen.

Der Wasserkasten inwendig lang 3 Fuß 8 Zoll, derselbe ist inwendig mit Kupfer ausge­schlagen und hat oben zwei Siebe von Kupfer, in denselben gegen 25 - 30 lederne Ei­mer Wasser, die Quantität Wasser wird in 2 Minuten durch 8 Mann durch eins der bei­den Gußrohre zu 55 - 60 Fuß hoch im unterbrochenen Strahl ausgespritzt.

Der Druckbaum wird von Eisen von nötiger Stärke und der erforderlichen Augenwel­le, Bolzen und Druckbügeln und dgl., derselbe ist 14 Fuß lang.

Der Unterwagen bekommt die gewöhnliche Radspurweite, hat hölzerne Axen mit Stiebels oder Kapseln, die Höhe der hinteren Räder ist 3 Fuß 4 Zoll. Ubrigens ist der­selbe in allen seinen Teilen dauerhaft gearbeitet und stark mit Eisen beschlagen.

Die ganze Spritze wird mit guter Ölfarbe 2 mal rot und das Eisen schwarz angestri­chen. Auch wird der Name der Gemeinde daran geschrieben.

Eine Spritze von dieser Größe kostet 200 Thaler Courant

Für die Güte und Dauer der Spritze stehe ich bei ordnungsgemäßem Gebrauch der­selben mehrere Jahre ein.

Braunschweig, den 16ten Mai 1847

J.L.J. Wilke
Stück- und Glockengiehser u. Spritzenfabrikant


Gründung der Feuerwehr Beienrode


Als vor 122 Jahren im Herzogtum Braunschweig das Gesetz des Feuerhilfswesens ver­abschiedet wurde, in dem festgelegt ist, daß sich in allen Orten des Herzogtums Verei­nigungen zu gründen hätten, die zur Rettung und Bergung von Leib und Leben, be­sonders bei Bränden, in Aktion treten sollten, wurde im Jahr 1874 eine Pflichtfeuer­wehr gegründet. Leider ist ein Gründungsprotokoll nicht vorhanden. Über das Kommando der Pflichtfeuerwehr findet man erstmalig im Jahr 1894 erwähnt und hat­ten folgende Kameraden inne:

1894 Otto Hecker
1896 Karl Knigge
7898 Albert Bührig

Fünfzig Jahre später, am 27.Dezember 1924, wurde in der Jörnschen Gastwirtschaft zu Beienrode unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers Otto Hannover eine Grün­dungsversammlung einberufen und die Freiwillige Feuerwehr Beienrode gegründet.

Auf Vorschlag des Gemeindevorstehers wählte die Versammlung aus ihrer Mitte ein­stimmig Albert Bührig zum Zugführer.

Eine Ablichtung des Gründungsprotokolls ist beigefügt. Für den Personenkreis für den die deutsche Schrift nicht mehr „lesbar" ist, wurde der Inhalt des Gründungspro­tokoll in Druckschrift abgehandelt:



PROTOKOLL

zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Beienrode


Zu der am 27. Dezember 1924 in der Jörnschen Gastwirtschaft zu Beienrode vom Ge­meindevorsteher Otto Hannover einberufene Gründungsversammlung waren sämtli­che Mitglieder die sich zur freiwilligen Feuerwehr gemeldet hatten erschienen, außer zwei die durch Krankheit verhindert waren.

Auf Anregung des Gemeindevorstehers wählte die Versammlung aus ihrer Mitte ein­stimmig Albert Bührig als Zugführer, zum Schriftführer W. Bosse und zum Kassierer Hermann Hannover, ferner wurde Hermann Denecke No. 44 zum Vereinsboten er­nannt. Sämtliche Gewählte nahmen die Wahl an. Nun wurde zur Wahl der Spritzen­meister geschritten. Es wurden einstimmig gewählt als:

1. Spritzenmeister Hermann Eggers
2. Spritzenmeister Erich Bührig
3. Spritzenmeister Otto Bührig

auch diese nahmen die Wahl an.

Als Ehrengerichtsmitglieder wurden auf Vorschlag des Zugführers Erich Tendler sen. und Gustav Lühr gewählt.

Als Steiger wurde Otto Hecker, Otto Könnecke, Willi Schulz und Albert Blecker er­nannt, auch diese nahmen sämtlich ihre Wahl an.

Es werden dann vom Zugführer die Satzungsparagraphen verlesen, die sich jedes Mit­glied zu unterwerfen hat, ebenfalls sind zunächst von jedem Mitgliede 1 Reichsmark in die Vereinskasse zu zahlen, als Monatsbeitrag wurden 10 Pfg. angenommen.

Beim Brand im Orte sind zum benachrichtigen der auswärtigen Wehren Otto Bührig, als Ersatzmann Fritz Kempe als Radfahrer bestimmt.

Mit Genehmigung der Versammlung werden noch folgende Strafbestimmungen ange­nommen:

a) Es verfällt in eine Geldstrafe von 10 Reichspfennig wer bei einer angesetzten Übung oder commandierten Dienstleistung unentschuldigt später als 10 Minuten nach der angesetzten Zeit erscheint.

b) 50 Reichspfennig wer bei einer Übung oder commadierten Dienstleistung unent­schuldigt gar nicht erscheint.

c) 2 Reichsmark, wer bei einer Feuersbrunst unentschuldigt überhaupt nicht er­scheint.

Über alle übrigen Ordnungswidrigkeiten im Dienste entscheidet mit freiem Ermessen wegen der Straftat und des Strafmaßes das Ehrengericht.

Beienrode, den 27. Dezember 1924

Der Zugführer          Kassierer               Der Schriftführer
gez. Albert Bührig                                   gez. W. Bosse

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Der Feuerwehrmann und seine Aufgaben


Feuerwehrmann sein heißt, uneingeschränkt für die Idee des Helfens einzutreten. Noch immer fühlen sich die Männer im blauen Rock seit Beginn der Feuerwehr dem geprägten Leitspruch:

Einer für Alle

Alle für Einen

verpflichtet. Die Stärke dieser Hilfeleistungsorganisation liegt in dem breiten berufli­chen Spektrum ihrer Mitglieder.

Als Feuerwehrmann stellt jeder sein berufliches Wissen und seine Geschicklichkeit kostenlos für die Allgemeinheit zur Verfügung. Aber nicht nur daß - Feuerwehrmän­ner riskieren bei jedem Einsatz ihre Gesundheit. Fast jedes Jahr verunglückt ein Feu­erwehrmann tödlich im freiwilligen Dienst am Nächsten.

Die fachliche Ausbildung erfolgt in den Standorten, später an der Landesfeuerwehr­schule.

Der Feuerwehrmann muß nicht nur in Sekundenschnelle seine Schutzkleidung anle­gen können, er muß auch innerhalb von Sekunden wichtige Entscheidungen treffen. Hierzu hat er eine Ausbildung durchlaufen, die sich an seinen Aufgaben orientiert.

Brandbekämpfung, Menschenrettung, Technische Hilfeleistung und Erste Hilfe sind einige Aufgaben, die der Feuerwehrmann allein oder in der Gruppe beherrschen muß. Spezielle Aufgaben kommen nach der Grundausbildung hinzu.

Atemschutzgeräteträger ermöglichen die Menschenrettung aus verqualmten Räu­men. Die Sprechfunker in der Feuerwehr sichern über das unsichtbare Netz die Ver­stärkung der Einsatzkräfte, die fachgerechte Versorgung und den Transport von Ver­letzten. Ob es der Maschinist ist, der die Leistung seiner Maschine genau kennt, oder der Gruppenführer, der im Fall eines Brandbekämpfungseinsatz die richtigen Maß­nahmen einleiten muß, die Aufgaben des Feuerwehrmannes werden vom Einsatzge­schehen bestimmt.

Der Feuerwehrmann muß seine Aufgaben beherrschen, damit die Gefahr nicht die Feuerwehr beherrscht.

Gott zur Ehr

dem Nächsten zur Wehr

Nachfolgend soll nun einmal berichtet werden über die Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Beienrode von 1874 bis heute, üÜer größere Einsätze, über die Gerätschaf­ten der Freiwilligen Feuerwehr und vieles mehr.

Kommandos der FF Beienrode


vom 27.12.1924 bis 31.10.36:

Zugführer Albert Bührig

Schriftführer Willi Bosse

Kassierer Hermann Hannover

1. Spritzmeister Hermann Eggers

2. Spritzmeister Erich Bührig

3. Spritzmeister Otto Bührig


Vom 31.10.36 bis 27.02.46:

Wehrführer Friedrich Dävessen

Stellvertreter Richard Bake

Schriftwart Hermann Bauwe

Kassenwart Fritz Bührig

Gerätewart Reinhold Grabenhorst

1. Löschmeister Hermann Eggers

2. Löschmeister Erich Bührig

Vom 27.02.46 bis 22.12.52:

Oberbrandmeister Hermann Eggers

Stellvertreter Georg Kindereit

Schrift- u. Kassenwart Hermann Tappenbeck

Gerätewart Reinhold Grabenhorst


Vom 22.12.52 bis 28.12.68:

Gemeindebrandmeister Erich Tendler

Stellvertreter Friedrich Janze

Schrift- u. Kassenwart Hermann Tappenbeck ab 1962 Wilhelm Möller

Gerätewart ab 1963 Hermann Dreves


Vom 28.12.68 bis 29.12.78:

Ortsbrandmeister Günter Blecker

Stellverteter Friedrich Wilhelm Baumgarten

Schrift- u. Kassenwart Wilhelm Möller

Gerätewart Hermann Dreves ab 1971 Gerhard Schulz ab 1972 Helmut Lommatzsch


Vom 29.12.78 bis heute:

Ortsbrandmeister Manfred Tappenbeck-Riekewold

Stellvertreter Hermann Rosilius

Schrittwart Lothar Molzahn ab 1990 Christian Troch

Kassenwart Norbert Zielmann

Gerätewart Helmut Lommatzsch ab 1990 Lutz Tappenbeck-Riekewold


Ausrüstung und Geräte der FF Beienrode


Im Jahr 1883 wurde der Beienroder Pflichtfeuerwehr eine pferdegezogene Handsprit­ze übergeben. Diese „Spritze" war, nachdem die Wehr bereits im Jahre 1936 über eine Motorspritze verfügte, noch bis 1945 im Einsatz.

Die l. Motorspritze wurde der Wehr am 08. Mai 1936 durch den Kreisbrandmeister Helmke aus Flechtorf übergeben. Die Bedienmannschaft, Kameraden Richard Bosse, Erich Tendler, Hermann Dieterichs und Friedrich Dävessen, wurde vom Kreisbrand­meister bestimmt.

Die 2. Motorspritze, ein Altgerät, wurde der Wehr 1951 übergeben, die 1957 durch ei­ne VW-Metz Tragkraftspritze ersetzt wurde.

Nachdem die Freiwillige Feuerwehr im Jahr 1967 ihr neues Feuerwehrgerätehaus im Hinterhagen bezogen hatte, war die Voraussetzung für die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges gegeben. Bereits ein Jahr später, 1968, konnte die Beschaffung eines LF8 -Fahrzeuges, Unterbau: Mercedes Benz, Aufbau Metz realisiert werden. Die offi­zielle Fahrzeugübergabe an die Wehr wurde durch den Bürgermeister Paul Ruprecht in Form der Schlüsselübergabe an den Gemeindebrandmeister Günter Blecker voll­zogen.

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Als dieses Fahrzeug in die Jahre gekommen war und den technischen Anforderungen sowie der erforderlichen Zuverlässigkeit nicht mehr gerecht wurde, stand 1989 eine Ersatzbeschaffung an.
Am 04.11.89 konnte die Wehr das neue Fahrzeug in Empfang nehmen. Die Fahrzeug­übergabe wurde offiziell durch die Gemeindebürgermeisterin Frau Winkler an unse­ren Ortsbrandmeister Manfred Tappenbeck-Riekewold vollzogen, in Form der sym­bolischen Schlüsselübergabe.
Das Fahrzeug wurde von der Fa. Arwe auf einem VW-MAN-Fahrwerk aufgebaut. Die Besonderheit dieses Fahrzeuges ist die Übernormbeladung, d.h. die Anzahl an Lösch­gerät und B-Schläuchen ist für 2 Gruppen ausreichend.

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Die technische Ausrüstung wurde den Anforderungen sowie aufgrund von techni­schen Neuentwicklungen kontinuierlich erneuert, so daß 1962 der letzte Hanfschlauch ausgemustert wurde.
Durch den vermehrten Einsatz von Kunststoffen in unseren Wohnungseinrichtungen wurde Anfang 1983 eine wesentliche technische Neuerung, vier umluftunabhängige Atemschutzgeräte, in die Wehr eingeführt, welches zuvor den Stützpunkt- und Berufs­feuerwehren vorbehalten war. Mit diesem technischen Gerät wurden zunächst mittels Lehrgang „Erstausbildung für Atemschutzträger" in der Feuerwehrtechnischen Zen­trale Helmstedt vier Kameraden vertraut gemacht. Die Ausbildung wurde bis heute derart ausgebaut, daß nun 12 Kameraden einsatzfähig sind.

Die Dienstbekleidung, der Feuerwehrrock, der Feuerwehr Beienrode änderte sich im Laufe der geschichtlichen Entwicklung wie folgt:

bis 1947 graue Röcke, schoßlang,

ab 1947 schwarze Röcke, blousonform („Panzerjacken")

ab 1961 Blauer Rock mit roten Biesen.

Dem Wandel der Zeit unterlag nicht nur der Ausbildungsstand der Feuerwehrkame­raden sondern auch das feuerwehrtechnische Gerät. Wie rasant diese Entwicklung in den letzten 100 Jahren ablief, wird anhand des Gerätebestandes unserer Feuerwehr sehr deutlich.


122 Jahre Feuerwehrwesen in Beienrode


Einhundertzweiundzwanzig Jahre Feuerwehrdienst, daß ist gleichbedeutend mit 122 Jahren Dienst zum Wohle der Gemeinschaft. Ein Dienst, den viele Generationen Bei­enroder Bürger unter wechselhaften Bedingungen erfüllt haben. Neben großen Kata­strophen gab es zu allen Zeiten viele kleine Einsätze, bei denen die Mitglieder der Feuerwehr engagiert ihre Pflicht taten. Die Ereignisse des Feuerwehrwesens in Beien­rode über diesen Zeitrahmen ist nachfolgend chronologisch abgehandelt:

1874

Unter dem Gemeindevorsteher H. Hinze wurde 1874 eine Pflichtfeuerwehr im Ort gegründet.

1883

Eine Spritze (Handdruckspritze) wurde für 1 200 Mark beschafft.
Von den Zubehörteilen wie Leitern, Hanfeimer, Tubben, Ledereimer, Hel­me usw. ist kaum noch etwas vorhanden.

1893

Laut Protokoll vom 12.4.1893 sollen die Kosten des Feuerbrunnens aus der Communalkasse bestritten werden. Der Feuerbrunnen wurde 1893 gebaut.

1898

Bei Feuergefahr in den benachbarten Gemeinden soll anstelle eines Was­serwagens ein Mannschaftswagen entsendet werden.

1907

Wohnhausbrand des Schuhmachermeister Schulz Nr. ass. 45
Am 2. Februar 1907 brannte das Wohnhaus des Schuhmachermeisters Schulz nieder. Mobiliar und Vieh konnten gerettet werden. Ein schöner Neubau ziert jetzt die alte Stelle.

1916

Feuer auf dem Hof Nr. ass. 14
Am 4. September 1916 wurde das Anwesen des Ackermanns Erich Troch, früher Heinrich Edling, durch Feuer zerstört. Sämtliche Scheunen, Wagen, Stallungen und Geräteschuppen sind niedergebrannt. Bis zu den Mauern des Wohnhauses dehnte sich das Feuer aus, doch konnte ihm hier Einhalt geboten werden. Das Wohnhaus ist aber durch die Rettungsarbeiten arg be­schädigt worden. Die Ernte war schon zum größten Teil eingebracht und soweit in den Scheunen untergebracht, ist sie auch durch das Feuer vernich­tet worden. Nur ein Teil des ausgedroschenen Roggens, der auf dem Boden des Wohnhauses lag, wurde gerettet. Allerdings hatten sich hier schon Leu­te drangemacht, das Korn durch die Dachfenster in den Garten zu schau­feln. Die Löscharbeiten wurden durch den Mangel an Löschpersonal und an Wasser stark gehindert, wodurch daß Feuer eine solche große Ausdeh­nung nehmen konnte. Die erste Vermutung, daß das Feuer durch Kurz­schluß entstanden sei, wurde durch die sofort unternommenen Untersu­chungen eines Fachmannes widerlegt. Es ist vielmehr festgestellt worden, daß das Feuer böswillig angelegt worden ist, und zwar hatte man russische Zivilgefangene in Verdacht.

1917

Am 29. März 1917 brach wiederum bei dem Ackermann Troch abends ge­gen 21.00 Uhr Feuer aus. Der Dachstuhl und das Wirtschaftsgebäude brannte herunter und es wurden auch Heu und Strohvorräte im Wert von etwa 350,- DM ein Raub der Flammen, während die übrigen Vorräte glück­licherweise gerettet werden konnten. Im vorigen Herbst bereits war auf dem Grundstück Feuer ausgebrochen, durch das Scheune und Stallungen zerstört und beträchtliche landwirtschaftliche Vorräte vernichtet wurden. Das Wirtschaftsgebäude, in dem jetzt Feuer entstand, war damals unver­sehrt geblieben. Es wird vermutet, daß der jetzige Brand auf Unvorsichtig­keit des Dienstpersonals zurückzuführen ist, das am Nachmittag vor dem Brand auf dem Bodenraum des Wirtschaftsgebäudes mit Häckselschneiden beschäftigt war.

1924

Am 27.12. wurde im Ort die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zum Führer wurde Stellmachermeister Bührig vom Gemeinderat einstimmig gewählt.Er versah sein Amt zu allgemeiner Zufriedenheit bis 1936.

1925

Am 10. August 1925 brannte die Scheune des Hermann Hannover nieder. Die Löscharbeiten waren durch die Dürre des Sommers sehr erschwert. Dieser Brandeinsatz zeigte auf, daß die Bestückung der Wehr mit 65m Schlauchlänge nicht ausreichend war. Es wurde 180m Schlauch zusätz­lich beschafft.

1928

Am 16. Januar 1928 um 1 Uhr nachts, brach in der Flechtorfer Mühle ein Feuer aus. Von den auswärtigen Wehren war die FF Beienrode als erste am Brandherd.

1930

Der Bezirksfeuerwehrtag des Löschbezirkes Beienrode, Flechtorf, Groß­und Klein Brunsrode findet nach einer Pressemeldung im „Braunschweigi­schen Allgemeinen Anzeiger", Ausgabe 31.Mai 1930, in Beienrode am Sonntag den 1. Juni 1930 statt.

1931

Die Delegiertenversammlung wurde am 28. Juni 1931 in Beienrode abge­halten. Im Anschluß an die Versammlung fand ein Tanzvergnügen statt.

1936

Am Sonntag, den 05.07.36, fand in Beienrode eine Bezirksübung statt. Auf dem Anfahrtsweg, kurz vor Beienrode, ereilte der Flechtorfer Wehr ein Un­fall. An dem Flechtorfer Spritzenfahrzeug löste sich an der Deichselkupp­lung ein Bolzen, so daß sich das Fahrzeug auf der abschüssigen Kreuzberg­straße selbständig machte und die Straßenböschung hinunter raste. Dabei begrub die Spritze den Feuerwehrkameraden Hermann Hartig unter sich, so daß er noch am Unfallort verstarb.
Im Jahre 1936 wurde die erste Motorspritze von der Firma Koebe, Lucken­walde, für 4319,25 DM gekauft mit 210 m Hanfschlauch (Durchmesser: 75 mm). Die Landesbrandkasse und der Kreisverband hatten 3008,25 Mark zugesteuert. Auf der Generalversammlung wurde Fritz Dävessen zum Wehrführer gewählt. Er hatte dieses Amt bis zum Jahre 1946 inne.

1944

Nach einem schweren Luftangriff auf Braunschweig in der Nacht vom 14.10.1944 war die Beienroder Wehr drei Tage ununterbrochen am Bülten­weg im Einsatz

1945

Im Juni 1945 brannte die Scheune, ausgelöst durch einen Blitzschlag, von Gustav Lühr nieder.

1946

Wurde Hermann Eggers Wehrführer. Derselbe war schon längere Zeit stell­vertretender Wehrführer. Im Jahre 1952 stellte er sein Amt zur Verfügung.

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1951

Eine zweite Motorspritze wurde für 500,- DM gekauft. Um den Ausbil­dungs- und Leistungsstand der Wehren zu ermitteln, werden Anfang der Fünfziger Feuerwehrwettkämpfe abgehalten, an dem auch unsere Wehr teilnimmt.

1952

Es wurden 200 m Hanfschlauch für 600,- DM gekauft. Auf der Generalver­sammlung am 20.12.52 wurde Erich Tendler zum Gemeindebrandmeister einstimmig gewählt und trat die Nachfolge von Hermann Eggers an. Wei­terhin wird der Feuerwehrkamerad Günter Blecker von der Versammlung zum Gruppenführer bestellt.
Um den Ausbildungsstand der Wehr bezüglich der gesetzlichen- und techni­schen Anforderungen gerecht zu werden, verpflichtet das Kommando in den Fünfzigern einige „junge Kameraden" zu Lehrgängen an die Landes­feuerwehrschule Celle.

1955

Am 14.09.55 wird in Vechelde der Kreiswettkampf ausgetragen. Hierbei ging unsere Gruppe als Kreissieger hervor. Mit diesem Sieg wurde in Bezug auf Feuerwehrwettkämpfe die erfolgreichste Zeit eingeläutet und machte den kleinen Ort Beienrode auch über die Landesgrenzen von Braun­schweig bekannt.

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1957

Da die beiden Motorspritzen den Anforderungen nicht mehr genügten, wurde 1957 eine neue Spritze mit VW-Motor von der Firma Metz, zum Preis von 3750,- DM gekauft. Die Landesbrandkasse gab einen Zuschuß von 1000,- DM, der Kreis gab 1200,- DM Zuschuß.

1959

Im Januar 1959 war auf dem Gehöft Tendler ein Abstellraum über der Hof­schmiede in Brand geraten. Aufgrund der extremen Eis- und Schneeglätte kam kein Fahrzeug voran, so daß das benötigte Gerät vor Ort getragen werden mußte. Bei diesem Einsatz erlitten zwei Feuerwehrkameraden eine leichte Rauchvergiftung.

1961

Die Feiwillige Feuerwehr Beienrode nimmt erstmalig mit zwei Wettkampf­gruppen an dem Unterkreiswettkampf in Waggum, Kreiswettkampf in Volkmarode und Bezirkswettkampf in Vorfsfelde teil. Dabei stellte die 1. Gruppe jedes mal den Sieger.

1964

Auf der Generalversammlung am 19.12.64 wurde besonders hervorgeho­ben, daß die Wehr in den letzten Jahren zweimal den Bezirksmeister und viermal den Kreissieger gestellt hat. So wurde nach 1961 am 20.09.64 in Braunlage unsere 7. Gruppe zum zweitenmal Bezirkssieger.Die Feuerwehr­kameraden Otto Riekewold, Franz Bruns und Richard Bosse werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

1966

Unsere Wehr hat sich wiederum für den Bezirkswettkampf, der in Goslar ausgetragen wurde, qualifiziert und belegte zum 3. Mal in Folge den 1. Platz.

1967

Ein bedeutendes Ereignis fand im September statt, als der Wehr das neue Feuerwehr-Gerätehaus übergeben wurde. Eine Nachtübung wurde am 22.09.67 mit den Wehren aus Flechtort Lehre, Groß- und Klein Brunsrode in Beienrode veranstaltet

Das große Interesse an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zeigte sich erneut an der großen Zahl der Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Wehr ihren Ausbildungs­und Leistungsstand in zahlreichen Übungsstunden weiter verbessern konn­te, welches sich bei den Leistungsvergleichen widerspiegelte: Beim Unter­kreiswettbewerb in Hondelage am 78.06.67 belegte die Wehr den 1. und 4. Platz. Im Kreiswettbewerb am 25.06.67 in Lucklum der Freiwilligen Feuer­wehren des Landkreises Braunschweig konnte sich die Gruppe Beienrode mit 439 Punkten den Sieg „erspritzen".
Zweiter von insgesamt 35 Gruppen wurde Bienrode (437,25 Punkte) vor Schandelah (434,5 Punkte).
Am 10.09.67 nahm die Wehr abermals am Bezirkswettkampf in Vorfsfelde teil und belegte zum 4. Mal in Folge den 1. Platz.

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1968

In diesem Jahr mußte die Feuerwehr zweimal zur Brandbekämpfung aus­rücken; am 27.09.68 war ein Scheunenbrand in Hattorf (Müller) und am 29.09.68 ein Wohnhausbrand in Flechtorf (Bührig) ausgebrochen. Während beim Scheunenbrand kein Eingreifen unserer Wehr erforderlich war, leiste­te sie in Flechtorf tatkräftig Löschhilfe.Der Freiwilligen Feuerwehr wurde ein neues Fahrzeug übergeben. Auf der Feuerwehr-Generalversammlung am 28.12.68 dankte der Gemeindebrandmeister Erich Tendler der Wehr für das Vertrauen während seiner 16-jährigen Dienstzeit und stellte sein Amt zur Verfügung. Aus der Versammlung wurde als sein Nachfolger der Brand­meister und Ausbilder im Kreis, Kamerad Günter Blecker, vorgeschlagen und einstimmig gewählt.Der „scheidende" Gemeindebrandmeister Erich Tendler wurde auf Vorschlag des Kreisbrandmeisters Büchner zum Ehren­brandmeister crnannt.Zum Ehrenmitglied wurde der Kamerad Hermann Bührig ernannt.

1972

Zur Mittagszeit des 25. März 1972 brannten der Stall und die Wirtschaftsge­bäude bei Ewald Rosilius. Das Wohnhaus und die Scheune konnten vor den Flammen geschützt werden. Zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung wurden die Wehren aus Hattorf. Flechtorf und Lehre, die mit der Drehleiter anrückten, gerufen.

1973

Im Zuge der kommunalen Gebietsreform wird der Feuerwehr-Landkreis Braunschweig aufgelöst und die Wehren der Gemeinde Lehre dem Land­kreis Helmstedt zugeordnet.

1976

Das alte Spritzenhaus, nachdem es nach Umzug der Feuerwehr in das neue Gerätehaus als Garage vermietet wurde, wird abgerissen.
Von dem Feuerwehrverband werden neue Wettkampfbestimmungen erlas­sen, die die Schnelligkeitswettkämpfe ablösen, die im Volksmund auch als „Eimerfestspiele" betitelt wurden.
Die Gruppe erreichte bei den Gemeindewettkämpfen den 2. Platz und auf den Kreiswettkampf in Helmstedt den 3. Platz. Damit qualifizierte sich die Gruppe für den Bezirkswettkampf 1977, wo sie den 8. Platz belegte.

1978

Die Wehr belegt beim Gemeindevergleich in Flechtorf den l. Platz. Am 29.12.78 wird der Kamerad Fritz Kieker zum Ehrenmitglied ernannt.

1979

Wegen eines Ölschleiers auf der Schunter wurde die Wehr am 23. Juli 1979 am frühen Morgen gerufen. Die Suche nach dem Verursacher wurde nach mehreren Stunden abgebrochen.
Bei dem Gemeindewettkampf in Flechtorf am 27.05.95 ging die Beienroder Gruppe erneut als 1. Sieger hervor.

1980 - 81

Die erfolgreiche Teilnahme an den Gemeindewettkämpfen setzte unsere Gruppe auch in 80 und 81 fort und belegte jeweils den 1. Platz.
Am 20 September 1981 war eine auf der Autobahnbaustelle abgestellte Pla­nierraupe der Grund einer Ölschadensbekämpfung. Das ausgelaufene Öl wurde mittels Bindemittel am Versickern gehindert.

1982-84

Am 13.08.82 mußte die Wehr zur Brandbekämpfung ausrücken, nachdem sie sich kurz zuvor nach einem Gemeindewettkampf am Standort zurückge­meldet hatte. Im Grasstieg 22 war ein Wohnungsbrand ausgebrochen gegen den es vorzurücken galt. Das Vorrücken zum Brandherd konnte durch un­sere Kameraden aufgrund der extrem verqualmten Wohnung nicht durch­geführt werden, so daß über Funk die FF Flechtorf angefordert wurde, die unter schwerem Atemschutz zum Brandherd (defektes Fernsehgerät) vorrückte und diesen aus der Wohnung entfernte.Bei diesem Einsatz wurde deutlich, daß bei Zimmerbränden die eingesetzten Kunststoffe der Woh­nungseinrichtungen zu einem starken Verqualmen führen und ein Vorrücken nur mit umluftunabhängigen Preßluftatmungsgeräten möglich ist.
Um zukünftig bei derartigen Bränden ein schnelles Eingreifen zu ermögli­chen, wurden vom Ortsbrandmeister, Manfred Tappenbeck-Riekewold, die Beschaffung von Preßluftatmungsgeräten gefordert. Diesem Antrag wurde seitens der Gemeindeverwaltung stattgegeben, so daß die Wehr bereits An­fang 1983 vier Geräte in Empfang nehmen konnte.
Bei den Gemeindewettkämpfen in 82 und 84 ging die Beienroder Wehr zum 5. Mal in Folge als Sieger hervor.

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1985

Die Gruppe hatte sich für die Bezirkswettkämpfe in Göttingen qualifiziert und den 18. Platz belegt.

1987

In dem Kindergarten, der in der ehemaligen Schule untergebracht war, wird am 17.12.87 ein Entstehungsbrand gelöscht.

1989

Am 04. November 1989 wird der Wehr ein neues Löschfahrzeug übergeben.

1991

Am 14.01.91 wurde über die FTZ Helmstedt Feueralarm ausgelöst. Auf dem Gehöft von Werner Dittmann war in der Werkstatt ein Brand ausgebrochen. Durch das schnellen Eintreffen der Wehr und umsichtiger Selbst­hilfe konnte der Brand nach kurzer Zeit unter Kontrolle gebracht werden und ein Ubergreifen auf die Stallungen und Wohnhaus abgewendet werden.

1994

Die neu formierte Gruppe um Gruppenführer Thomas Heller hatte ein sehr erfolgreiches Jahr. Auf dem Gemeindewettkampf in Essenrode belegte man den 1. Platz, gefolgt von einem 2. Platz auf dem Kreisentscheid in Kö­nigslutter. Am 25.09.94 nahm die Wehr an dem Bezirkswettkampf in Han.­Münden teil und belegte den 5. Platz. Damit hat die Freiwillige Feuerwehr als erste Wehr aus dem Gemeindebereich Lehre die Qualifikation für einen Landesentscheid erreicht.

1995

Am 10.09.95 rückte unsere Wehr, gefolgt von zahlreichen Anhängern, aus zum Landesentscheid nach Schüttorf. Trotz des 25. Platzes hat die Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Beienrode allein durch ihre Teilnahme an ei­nem Landesentscheid eine beachtenswerte Leistung vollbracht.

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Donnerstag, 21. März 2019

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